Was ist das für ein Projekt?
Ich bin in meiner Kindheit mit diesen Daddelautomaten groß geworden und wollte schon immer einen eigenen davon besitzen. Lange, lange hat es gedauert bis ich mich dazu durchgerungen habe und damit begonnen habe.
Arcade-Cabinet (Bartop) – Eigenbauprojekt
Dieses Arcade-Cabinet ist ein kompletter Eigenbau vom ersten Papp-Prototyp bis zum fertigen Geraet. Ziel war ein kompakter 2-Spieler-Bartop mit klassischem 4:3 Look, sauberer Verarbeitung und einem Innenaufbau, der wartungsfreundlich bleibt.
Technik und Aufbau (Kurzueberblick)
- Formfaktor: Bartop fuer 2 Spieler
- Hardware: 4:3 Monitor, Raspberry Pi, MAME
- Gehaeuse: Multiplex, Lasur
- Fertigung: 3D-Druckteile, MPCNC-Fraesarbeiten, Alu-Profile
- Fokus: Ergonomie, stabile Konstruktion, sauberes Kabelmanagement
Die Planungsphase:
Allein die Planungsphase betrug mehrere Monate. Ich habe mir fertige Cabinets angeschaut und gehofft fertige Lösungen zu finden. Natürlich gab es das, aber das war alles nicht so das was ich gut fand.
Entweder waren die Teile zu schwer zu bekommen oder das Konzept war in meinen Augen nicht das, was ich erwartet habe.
Letztendlich habe ich mich zum Konstruieren selbst an den PC gesetzt und viele Entwürfe gestaltet.
Zu guter Letzt habe ich mich nicht für ein vollständiges Cabinet mit knapp 2m Höhe entschieden, das verbraucht auch zu viel Platz. Ich gestaltete ein sogenanntes Bartop, quasi nur der obere Teil mit dem Bildschirm.
Den Bildschirm habe ich im Zweierset für 14€ sehr günstig bei Ebay ersteigert inkl 2 Netzteilen.
Einen davon habe ich auseinandergeschraubt und das war für mich die Basis von der Größe her.
Und da es ein 4:3 Monitor war ist es nahezu perfekt da die alten Spielhallenklassiker ja auch noch in diesem Format gespielt wurden, also ein totaler Volltreffer.

Von der Lagerung im Keller noch etwas schmutzig, aber lief tadellos.

Der Prototyp:
Nachdem ich so weit war, am PC eine optisch gute Version gestaltet zu haben baute ich erstmal aus Pappe einen Prototyp, ich wollte nach Möglichkeit kein teures Holz verschwenden weil ich für das Gehäuse keine Spanplatte verwenden wollte sondern Multiplex.



Ich habe mich ausgiebig davor gesetzt und getestet wie man davor sitzen kann.
Hier so nicht zu ersehen, aber ich habe die beiden Spielfelder nach außen geneigt damit 2 Spieler gut nebeneinander sitzen können.
Das Logo:
Das ganze sollte über einen Raspberry Pi laufen und mit dem Klassiker „MAME“, also musste auch ein entsprechendes Logo auf das Cabinet rauf. Das Logo selber habe ich an meinen ersten 3D-Drucker Anycubic I3 Mega S gedruckt. Die Frontblende dann an der MPCNC (Projekt hier auch zu sehen), einer CNC-Fräse aus vorwiegend gedruckten Teilen, gefräst und das gedruckte Logo passte perfekt hinein.
Bis zu diesem Punkt wusste ich nicht, dass meine Fräse so genau fräsen konnte.
Zum Fräsen verwende ich die Software EstlCAM die für einen überschaubar günstigen Kurs zu bekommen ist.



Montage:
Es folgen ein paar Montagebilder:
Ab hier kommen die wichtigsten Schritte aus der Montage. Ich habe bewusst viel dokumentiert, weil man an den Details am besten sieht, wie sich das Konzept entwickelt hat.


















Der 3D-Druck:
Heute kommt man kaum noch ohne 3D-Druck aus, so erging es auch mir bei diesem Projekt.
Der ehemalige Monitor hatte unter dem Screen eine Leiste mit Schaltern zur Einstellung, und dafür brauchte ich eine entsprechende Leiste, die zum Cabinet passt. Da ich den Rahmen für den Monitor aus Aluminium gefräst habe, habe ich die Leiste in Silbergrau gemacht. Hier hatte ich viele Fehldrucke bis ich wirklich zufrieden mit der Umsetzung war (Kann ja nicht alles sofort klappen).

Des Weiteren brauchte ich für die innenliegende Steckdose ein stabiles Gehäuse mit eingeschmolzenen Gewindebuchsen (Hierfür habe ich eigens Einschmelzhilfen für meinen Lötkolben konstruiert und gedreht), für die ganzen Kabel genau passende Kabelschellen. In den Montagebildern kann man bereits die Lüftungsgitter bzw. die Lautsprechergitter sehen.
Viele der Loesungen im Innenraum sind aus dem 3D-Drucker entstanden: Abdeckungen, Halter, Kabelschellen und Gitter. Damit wurde aus dem anfänglichen Kabelchaos ein aufgeräumter, wartungsfreundlicher Innenaufbau.









Die Elektronik:
Anfangs hatte ich noch ziemlich viel Kabelwirrwarr, aber dank 3D-Druck, guter Ideen und sauberer Ausführung habe ich auch das gemeistert. Das letzte Bild zeigt noch mal den Innenraum in fertiger dunkler Lasur.





















Die Fertigstellung:
Ein ganzes Stück Arbeit lag also hinter mir, aber jede Minute war es Wert und das Ergebnis kann sich sehen lassen.





Ein besonderer Dank:
Zu guter letzt möchte ich mich noch bei meinem Arbeitskollegen Dominik bedanken, durch ihn war es erst möglich, mit dem Projekt zu beginnen. Er sorgte für maßgeschneidertes Holz. Vor allem die Seitenteile hätte ich so nicht hinbekommen. Der Rest musste noch genau passend in Gehrung zugeschnitten werden.
Mein Dank geht an dieser Stelle raus.


Danke fuers Durchstöbern. Das Projekt ist damit abgeschlossen. Weitere Inhalte werden laufend ergänzt.